1409 – 1871

Zeitabschnitt „Feuerlöschwesen in alter Zeit“

  • 1409 – Cleysingen wird durch ein Hochwasser völlig vernichtet
  • 1622 – bei einem Hochwasser werden viele Häuser an der Zorge von den Fluten weggerissen
  • 24. Mai 1627 – eine Feuersbrunst zerstört fast ganz Ellrich, dieser Brand vernichtet ca. 300 Gebäude, davon 196 Wohnhäuser und 2 Personen, eine Frau und eine Jungfrau kamen zu Tode
  • 18. April 1648 – entsteht an der Zorge hinter der Badestube in Löfflers Haus ein Feuer, das vom Wind über die Stadtmauer geführt, in die Rabengasse und bis zum Neuen Tor hinaus sich ausbreitet, 32 Wohnhäuser mit ihren Nebengebäuden in Asche legt, der Löffler mit Frau, ferner ein Knabe von 5 Jahren beim Neuen Tor und Martin Tölckens Witwe kamen um
  • 23. Juni 1666 – bricht um Mitternacht hinter der Nikolaikirche ein Feuer in Hans Ernsts senior Haus aus und vernichtet 25 Häuser und Nebengelasse bis zur Brücke
  • 03. August 1666 – wird eine in Nordhausen gefertigte „Große Feuerspritze“ nach Ellrich geliefert und kostete 136 Taler und 11 Groschen, in diesem Jahr werden auch 7 große Feuerleitern angeschafft
  • 02. Dezember 1720 – ein schwerer Sturm reißt die mit Schindeln gedeckte Haube des Turmes der St. Johanniskirche ab und zerstört zahlreiche Dächer, auf dem Junkerhof wirft er einen Stall um, so dass es einen Bullen und 8 Kühe erschlägt
  • 1721 – erhält der Feuerspritzenmeister Christoph Feist ein Gehalt von 4 Taler für die Wartung der beiden Feuerspritzen
  • 1722 – fast die gesamte Nordhäuser Vorstadt brennt ab, das Feuer bricht im Haus  Nr. 22 aus
  • 1723 – Baukunde: 107 Wohnhäuser haben noch immer ein Stroh- oder Schindeldach, 247 sind bereits mit Ziegeln gedeckt, ferner gibt es noch 25 unbebaute, wüste Hausstellen
  • 1727 – an öffentlichen und privaten Feuerrüstungen sind 3 Metallspritzen, 69 Holzspritzen, 45 Leitern, 54 Eimer und 7 Hacken vorhanden
  • 1727 – Wasserkunst: 59 öffentliche und private Brunnen in Betrieb, fließendes Wasser gelangt durch hölzerne Röhren in die Stadt und beendet im Brauhaus, in der Ravengasse und auf dem Markt in Trögen oder Bottichen, außerdem fließt vom Mühlhof aus dem Mühlgraben und aus den Teichen oberhalb der Stadt fast immer Wasser durch einige Straßen
  • 22. Juni 1729 – durch Blitzschlag bricht in der Mederschen Apotheke in der Salzgasse ein Brand aus, der auf die Salzstraße, Marktstraße und die Hintergassen übergreift und 30 Wohnhäuser mit ihren Nebengebäuden zersört
  • 1732 – Ausgaben der Kämmereikasse: der Nachtwächter erhält 24 Taler und der Spritzenwärter bekommt 6 Taler
  • 1751 – in diesem Jahr erhalten als fehlende Handwerker das Bürgerrecht gratis: der Kupferschmidt Andreas Heinrich Neumecke – siehe 1834
  • 1752 – an Städtischen Gebäuden ist ein Spritzenhaus vorhanden
  • 14. November 1765 – die Stadt erlässt eine gedruckte Feuerordnung und zur Brandbekämpfung existiert eine Spritzengesellschaft
  • 04. Februar 1775 – ein schweres Hochwasser setzt die Nicolai- Vorstadt unter Wasser und zerstört die erst kürzlich erbaute Steinbrücke zwischen der Stadt und der Vorstadt
  • 1786 – aus der General- Tabelle vom Zustand der Städte der Grafschaft Hohnstein,     6. Feuerwehr: 2 Metallspritzen, 6 Leitern, 73 Ledereimer, 4 Hacken, 2 Wasser- Kufen
  • 06. August 1807 – Bürgerbrief der Stadt Ellrich für den Färber Christian Gottlieb Hillmer aus Schlesien, darin heißt es „so ofte ich bei Tage oder Nacht gefordert werde, will ich allemal gehorsamlich erscheinen; wenn eine Feuersbrunst entstehen sollte, will ich mich so fort an den Ort, wo das Feuer ist, einfinden, und was mir dabei zu thun befohlen wird, treulich ausrichten“
  • 24. Januar 1834 – Anzeige im „Nordhäusisches wöchentliches Nachrichts- Blatt“, der hiesige Kupferschmidt Carl Neumke hat vor kurzem eine neue Schlauch- Feuer- Spritze angefertigt, welche sich bei den damit angestellten Versuchen so äußerst brauchbar und in ihrer Art vorzüglich gezeigt hat, dass solche von der hiesigen Stadt angekauft worden ist, da nun der Herr Neumke durch die Anfertigung dieser Feuerspritze zur Genüge bewiesen hat, dass er dergleichen Geschäften vollkommen gewachsen, und auch außerdem in seinen Forderungen äußerst billig ist, so halten wir es für unsere Pflicht, dieses wahrhafte Anerkenntnis der Geschicklichkeit und Billigkeit des Herrn Neumke öffentlich bekannt zu machen und den Letzteren zu dergleichen Arbeiten angelegentlichst zu empfehlen, der Magistrat, Buse
  • 08. November 1834 – Anzeige im „Nordhäusisches wöchentliches Nachrichts- Blatt“, die von Herrn Neumecke in Ellrich für hiesige Gemeinde Urbach gefertigte Feuerspritze, ist ganz zur Zufriedenheit ausgefallen, ich fühle mich daher verpflichtet, dem Herrn Neumecke hierdurch öffentlich zu danken und denselben andern Gemeinden bestens zu empfehlen, der Bauermeister Etzrodt
  • 13. und 15. September 1841 – „Der große Stadtbrand“ – 48 Wohnhäuser mit sämtlichen Hintergebäuden werden in Asche gelegt, 10 Wohnhäuser stark beschädigt, 81 Familien, 351 Personen, befinden sich in äußerster Not, indem beide Feuersbrünste gerade den ärmsten Teil der Stadt betrafen, 21 Scheunen, größtenteils mit der eingebrachten Ernte, werden vernichtet, durch die schnelle Ausbreitung der Brände kann nur wenig Hab und Gut gerettet werden, die Hauskollekte in der Provinz Sachsen erbringt 2907 Taler, die Regierung zahlt eine Etablissements- Beihilfe von 1420 Talern
  • 25. September 1860 – „Der 2. Große Stadtbrand“ – die ganze innere Stadt brennt nieder, 215 Familien, 880 Personen wurden obdachlos, 145 Wohngebäude, 71 Scheunen und 274 Nebengebäude und Ställe, der Schaden an Mobiliar wird auf      400 000 Taler geschätzt, die Stadt ist so hart betroffen, dass ohne Hilfe von außerhalb die größte Not eingetreten wäre, das preußische Königspaar überweist 1000 Taler für die Abgebrannten in Ellrich, das Innenministerium spendet 200 Taler, die Hauskollekte der Provinz Sachsen erbringt 16 500 Taler
  • Oktober 1860 – Karte des abgebrannten Stadtteiles von Ellrich führt in der Marktstraße den Eigentümer Neumecke an, siehe 1834