1871 – 1918

Zeitabschnitt „Deutsches Kaiserreich“, 1871 – 1918

  • 1876 – Bau des Städtischen Spritzenhauses durch Inschrift auf der Bruchsteinwand belegt
  • 26. Mai 1881 – Gründung der Pflichtfeuerwehr Ellrich/ Südharz, wie überall in den Amtsbezirken des Kreises eingeführt
  • 01. April 1884 – beschließen die Stadtverordneten, das alte Spritzenhaus auf dem Nicolaikirchhof auf Abbruch zu verkaufen
  • 03. April 1884 – brennt das Schützenhaus (Schützenplatz Nr. 227) der Eigentümerin Witwe Bertha Ibe, ein Stallgebäude wird vollständig zerstört, während am Wohnhaus nur leichter Schaden entsteht
  • 22. April 1888 – früh gegen 4.00 Uhr bricht im Spulsaal der erst kürzlich errichteten mechanischen Weberei von Alwin Teichmüller ein Brand aus, der Bahnhofswächter Marquard, der den Brand bemerkt, alarmiert den Bahnhofsvorsteher, der mit der Stations- Feuerspritze herbeieilt und den bereits um sich greifenden Brand löscht
  • 1890 – Fotoaufnahme der Pflichtfeuerwehr Ellrich/ Südharz vor dem Hotel „König von Preußen“ am Mühlhof
  • 03. August 1890 – der V. Verbandstag des Feuerwehrverbandes für den Regierungsbezirk Erfurt findet in Ellrich statt
  • 24. Juli 1891 – die im Frühjahr erbaute Gipsfabrik Müllges brennt total nieder
  • 1899 – Vorhandensein von vier Spritzen und weiteren Geräten
  • 1899 – der große Güterschuppen auf dem Bahnhof wird gebaut
  • 18. Juni 1899 – Feuerwehrfest in Walkenried – die hiesige freiwillige Feuerwehr feierte das Fest des 25 jährigen Bestehens, zu welchem Vertreter der Wehren aus Hasselfelde, Benneckenstein, Ellrich, Lauterberg, Nordhausen und Neuhof erschienen waren, die Übungen gelangen nach dem Urteil des Kreisbranddirektors, unter Leitung des Hauptmanns, Bauführer Küster, vorzüglich, nach dem Festzuge brachte auf dem Festplatze Gemeindevorsteher Mückenheim ein Hoch der Feuerwehr, während Hauptmann Linde-Benneckenstein dem Kaiser, und Gemeindevorsteher Mückenheim dem Regenten Prinzen Albrecht ein Hoch weihte, an Ehrenzeichen wurden verliehen: für 10 jährige Dienstzeit 8 Stück, für 15 jährige 4 Stück, für 20 jährige 3 Stück, aus dem Anzeiger für den Amtsgerichts-Bezirk Ellrich, Benneckenstein und Sachsa vom 22. Juni 1899
  • 12. Dezember 1899 – der Kreis feiert die 200-jährige Vereinigung mit dem Brandenburg- Preußischen Staate, Magistrat und Stadtverordnetenversammlung übersenden an den Kaiser, als Grafen von Hohenstein, eine vom Rektor Heine verfasste Huldigungsadresse
  • 01. Januar 1900 – gegen 24.00 Uhr bricht in der Schäfergasse in den Stallungen und der Scheune des Gärtners Albrecht Feuer aus und werden vollständig in Asche gelegt
  • 12. Januar 1900 – früh 4.00 Uhr zerstört ein Feuer Scheunen und Stallungen der Bauern Dempwolf und Müller in der Schäfergasse
  • 1901 – starke Regenfälle am Bußtag lassen die Zorge so anschwellen, dass die reißende Flut überall großen Schaden anrichtet und an der hölzernen Zorgebrücke in der Bahnhofstraße die Stützen wegspült
  • 1901 – Straßen- und Hausbesitzerverzeichnis von 1901: Städtisches Spritzenhaus, Alte Bezeichnung: keine vorhanden, Neue Bezeichnung: Ravenstraße 15 (Brauhof)
  • 20. bis 21. August 1901 – in dieser Nacht wird das Dampfsägewerk des Zimmermeisters Hackelberg durch ein Feuer total vernichtet
  • 15. Oktober 1904 – am frühen Morgen zerstört ein Feuer einen Teil der Gipsfabrik von Töpfer
  • 1905  der Magistrat befürwortet den Bau einer städtischen Wasserleitung und beauftragt die Firma Heinrich Scheven in Düsseldorf, ein Generalprojekt zu erarbeiten
  • 15. und 16. Oktober 1905 – setzt ein großes Hochwasser ein, die Zorge erreicht seit vielen Jahren den höchsten Stand und verursacht große Überschwemmungen und Zerstörungen
  • 01. April 1906 bis 31. März 1907 – Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde- Angelegenheiten der Stadt Ellrich a. Harz: I. Verwaltungs- Personal.  4. Kommissionen und Deputationen.  P. Feuerlösch- Deputation.  Bürgermeister Schaumann, Stadtverordneter Großheim, Stadtverordneter Frenzel, I. Brandmeister Semper, II. Brandmeister Reinhardt, V. Finanz- und Kassenverwaltung.  Ausgabe.  Titel XI. Feuerlöschwesen.  530 Mark    XI. Bauwesen.  A. Fluchtlinienplan, Straßenpflasterungen, Kanalisierungen und Trottoirisierungen.  h. Umpflasterung der Salzstraße und Neupflasterung der Spiegelstraße.  der Graben am Bürgergarten soll zugeschüttet werden, dafür wird das Wasser aus dem Frauenbergs-teich für Feuerlösch- und Reinigungszwecke durch einen Kanal in die Stadt geleitet, XXIV. Die Polizei- Verwaltung.  1. Feuerlösch- und Feuerversicherungswesen. A. Feuerlöschwesen.  1. Personal.  die hier bestehende Pflichtfeuerwehr ist eine Schutzwehr im Sinne des § 113 Reichsstrafgesetzbuchsund ist bei Ausübung ihres Dienstes den Anordnungen des Bürgermeisters als Polizeiverwalter unterworfen, durch Ortsstatut und Polizeiverordnung vom 21. August 1906 wurde das Feuerlöschwesen neu geregelt und eine Feuerlöschdeputation gebildet, dem I. Brandmeister, Herrn Stellmachermeister Semper, sind der II. Brandmeister, 4 Oberfeuerwehrmänner und 24 Feuerwehrmänner unterstellt, die Zahl der Druckmannschaften beträgt 90, davon werden 3 Lafetten mit je 18 Druckleuten und eine große Schlauchspritze mit 36 Druckleuten besetzt, die Druckmannschaften werden nur zu größeren Übungen herangezogen, bei einem Brande treten noch 30 Mann als Ordnungsmannschaften und ein Rettungsverein hinzu, die Ausbildung der Feuerwehr erfolgt nach der Normalübungsordnung für die Feuerwehren der Provinz Sachsen; sie gehört dem Verbande der Feuerwehren für den Regierungsbezirk Erfurt an, die Feuerwehrmannschaften erhalten aus der „Unterstützungskasse für im Feuerlöschdienst Verunglückte“ bei Unglücksfällen angemessene Unterstützungen, die Kasse ressortiert von der Provinzial- Städte- Feuersozietät, es wurden im Berichtsjahre 4 kleinere, 1 größere und 1 Alarmübung abgehalten,  2. Alarm. der Feueralarm erfolgt mittelst Sturmläutens vom St. Johannes- Kirchturm; außerdem wird vom Turm mit Signalhorn und in den Straßen von den beiden Hornisten der Feuerwehr Alarm geblasen, während die Polizeiserganten Signale mit der Hupe geben,  3. Material. das Projekt eines Steigerturms nebst Schlauchtrockenvorrichtung konnte auch in diesem Berichtsjahre noch nicht ausgeführt werden, Neubeschaffungen an Material fanden im Berichtsjahre nicht statt,  B. Feuerversicherungswesen. für das Feuerversicherungs-wesen ist das Reichsgesetz vom 12. Mai 1901 über die privaten Versicherungs- unternehmungen maßgebend, nach diesem bedürfen die Versicherungsanträge nicht mehr der polizeilichen Genehmigung, vertreten sind in unserer Stadt neben der Provinzial- Städte- Feuersozietät 17 Privat- Feuerversicherungsgesellschaften, am 31. März 1906 waren in Ellrich 443 Gehöfte und 214 Mobilarversicherungen mit einer Versicherungssumme von 5 789 970 Mark bei der Sozietät versichert, an Versicherungsbeiträgen wurden im Beitragsjahre von der Sozietät nur 75 % von dem im Lagerbuch festgesetzten Beitragsverhältnis erhoben, der den Versicherten zu Gute kommende Beitragsnachlass betrug 25 %, der Reservefonds der Sozietät betrug am Schlusse des Berichtsjahres über 7 Millionen Mark, dieser eigne Reservefonds der Sozietät sowie deren Zugehörigkeit zu dem Verbande öffentlicher Feuerversicherungs- Anstalten in Mitteldeutschland bürgen den Sozietätsgenossen sowohl für die Gleichmäßigkeit der Versicherungsbeiträge als auch für die Befreiung von Nachschüssen, die Verwaltung der örtlichen Sozietätsgeschäfte liegt in den Händen des Magistrats, als Abschätzungskommissare fungieren die Herren Zimmermeister Friedrich Hackelberg und Hoffmann, Maurermeister Zietzling und Rüdiger, zur Aufnahme von Versicherungen aller Art, sowohl von Gebäuden als auch von Mobilar, Vorräten, Feldfrüchten, lebendem und totem Inventar sind die Herren Versicherungskommissare Stadtsekretär Path und Bezirksschornsteinfegermeister Christoph bestellt,  3. Die Baupolizei.  bei der im März 1907 vorgenommenen Feuerstellenrevision wurden in 95 Häusern 122 Mängel vorgefunden und auf Antrag der Polizeiverwaltung beseitigt, hinzugezogen war Herr Schornsteinfegermeister Christoph,  5. Die Sitten- und Ordnungs- Polizei. bestraft wurden im Jahre 1906/ 07 wegen Fehlens bei Feuerwehrübungen 7 Personen
  • 12. Juni 1907 – durch Blitzeinschlag um 06.30 Uhr abends in den Südwestturm brennt die St. Johanniskirche bis auf das Gewölbe ab, der Brand war in der äußersten Spitze ausgebrochen, trotz aller Anstrengungen der Feuerwehr konnte das Kirchendach nicht vorm Feuer geschützt werden, die Nordhäuser Feuerwehr traf unter Leitung des Brandmeisters Eberhardt um 8.00 Uhr abends ein, konnte aber das Kirchendach auch nicht retten, es brannte komplett ab, der Brandschaden wird auf 86 660 Mark geschätzt, in der wiederaufgebauten Kirche findet am 09. Februar 1908 der erste Gottesdienst statt
  • 1908 – Ellrich hat 10 öffentliche und 270 Privatbrunnen, Cleysingen 1 öffentlichen und 5 Privatbrunnen
  • 28. April 1908 – Nachbarschaftshilfe beim Schadensfeuer in Zorge, es brannten die Nachbarhäuser des Fuhrherren Krug und Fuhrherren H. Hahne, bei Windstille gelang es, die größte Gefahr in kurzer Zeit durch das Einreißen des Krugschen Hauses zu beseitigen, das Mobiliar der abgebrannten Familien war teilweise nicht versichert, größtenteils wurde es zwar gerettet, aber hat doch sehr gelitten
  • Anfang Februar 1909 – richtet ein Zorgehochwasser wieder schwere Schäden an, am 03. Februar ist es wegen der Überschwemmungen vielen Kindern nicht möglich, die Schule zu besuchen
  • Sommer 1909 – der Steigerturm am Spritzenhaus wird gebaut
  • 29. August 1909 – das Haus Wolfsgraben 19 brennt vollständig nieder
  • 1910 – das Wasserleitungsprojekt der Firma Heinrich Scheven, Düsseldorf, wird von der Stadt für 7667 Mark angekauft, die Arbeiten zum Bau der städtischen Wasserleitung werden ausgeschrieben, Regierungsbauleiter Sander wird zum Bauleiter gewählt, Ellrich verfügt zu diesem Zeitpunkt über 10 öffentliche und 271 private Brunnen, Cleysingen über einen öffentlichen und 5 private Brunnen
  • 10. März 1911 – wird mit der Verlegung der Städtischen Wasserleitung begonnen, und zwar zunächst in der Goecking- und Bahnhofstraße bis zu Brücke
  • 21. Juli 1911 – Brand Am Frauenberg 4
  • 03. August 1911 – Brand in der Goethestraße 7
  • bis zum Sommer – ist die Verlegung der Wasserleitung beendet, sie wird bereits Mitte August in Betrieb genommen
  • 18. August 1911 – Brand der Leistenfabrik Spenle, wo die Feuerwehr, die gerade vollendete Wasserleitung zum ersten Mal nutzt
  • 02. September 1911 – Brand Am Frauenberg 9
  • 12. Oktober 1911 – Brand in der Bahnhofstraße 9
  • Anfang November 1911 – wird das Wasserwerk landespolizeilich abgenommen, 519 Häuser der Stadt sind an das Wasserleitungsnetz angeschlossen, die Gesamtkosten betragen 175 000 Mark
  • Herbst 1912 – der Torbogen an der alten Stadtmauer, Verbindung zwischen Nordhäuser Straße und dem alten Friedhof am Wolfsgraben, wird gebaut, die Kosten von rund 2300 Mark werden in der Hauptsache durch Beihilfen gedeckt, die Stadt trägt nur rund 500 Mark, am 30. November erfolgt durch den Magistrat die Abnahme, beide Seiten des Torbogens werden mit Efeu bepflanzt