1933 – 1945

Zeitabschnitt „Drittes Reich“, 1933 – 1945

  • 1934 – Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Ellrich e.V., auf der Grundlage der neuen Gesetzlichkeit dem „Preußischen Gesetz über das Feuerlöschwesen“ vom 15. Dezember 1933
  • 22. Juni 1935 – Zeitungsartikel in der „Allgemeine Zeitung“, Nr. 143, modernes Feuerwehrgerätehaus, in diesem Jahre wird die Stadt am Torbogen vor dem Kinderheim – also im Mittelpunkt der Stadt – ein neuzeitlich eingerichtetes Feuerwehrgerätehaus bauen, der vorliegende Bauplan sieht einen Steigerturm mit Schlauchwäscherei, Unterkunftsräumen für die Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr und für das Sanitätsauto, sowie eine Wohnung für eine ständige Feuerwache und Gasschutzräume vor, mit dem Bau wird in Kürze begonnen werden, die erforderlichen Mittel in Höhe von 40 000 Mark hat in großzügiger Weise die Städte-feuersozietät bereitwillig zur Verfügung gestellt und zwar in Form einer erheblichen Beihilfe, den Rest als Darlehn
  • 16. Juli 1935 – Zeitungsartikel im „General- Anzeiger“, Ellrichs Feuerwehrgerätehaus wird gebaut, die Bausumme beträgt 40 000 Mark, der seit einiger Zeit geplante Bau eines neuzeitlich eingerichteten Feuerwehrgerätehauses – das am Torbogen vor dem Kinderheim seinen Platz finden soll – wird nunmehr Wirklichkeit werden, die erforderlichen Genehmigungen sind bereits erteilt, die Finanzierung ist gesichert, während man ursprünglich mit einer Bausumme von 30 000 M auszukommen hoffte, hat sich diese infolge einer Erweiterung des Bauprojektes sich auf 40 000 M erhöht, dieser Betrag wird von der Städte- Feuersozietät als erhebliche Beihilfe und als Darlehen für den die Beihilfe übersteigenden Restbetrag zur Verfügung gestellt werden, nach dem endgültigen Entwurf erhält das Gerätehaus nunmehr einen massiven Steigerturm und Schlauchwäscherei, Unterkunftsräume für die Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr und für das Sanitätsauto, ferner eine Wohnung für eine ständige Feuerwache, der im ursprünglichen Entwurf schon vorgesehene Luftschutzkeller soll größer als zuerst geplant ausgeführt werden, ferner werden ein Gasmasken- Prüfraum und ein Schulungsraum für Feuerwehr und Sanitätskolonne geschaffen, in der fast 18 Meter langen Straßenfront des Baues wird linker Hand der Steigerturm stehen, an den sich nach rechts drei große Einfahrtstore angliedern, ferner sind Seiteneingänge zur Erreichung der Wohnung und aller übrigen Räumlichkeiten vorgesehen, das Feuerwehrgerätehaus wird auf einem Gelände errichtet, das bisher Pfarrland war und das im Tauschwege gegen anderes Land in den Besitz der Stadt übergegangen ist, das Konsistorium in Magdeburg hat seine Genehmigung zu dem Geländetausch erteilt, mit den Bauarbeiten, die bereits ausgeschrieben sind, kann nunmehr in aller Kürze begonnen werden
  • 09. August 1935 – Erlass der Dienstvorschrift für die Freiwillige Feuerwehr Ellrich auf Grundlage der Satzung der FF Ellrich e.V., unterzeichnet vom Wehrführer Hauptbrandmeister Carl Becker
  • 09. August 1935 – Ausrüstung: 1 mechanische Leiter für Handzug, 1 Handdruckspritze, 2 Schlauchwagen mit Hydrantengerät, 1 Schlauchwagen mit Hydrantengerät,                  1 Gerätewagen mit Leitern, Autolöschzug. 1 autom. Mannschaftswagen mit angehängter Motorspritze, mit Leitern und sonstigen Gerät ausgerüstet; für Vorort Cleysingen steht in Cleysingen eine Handdruckspritze dem Löschzugführer zur Verfügung
  • 03. März 1936 – Zeitungsartikel in der „Allgemeine Zeitung“ , Nr. 53, Haushaltsplan in Ellrich ausgeglichen – Fertigstellung des Feuerwehr- Gerätehauses – in der Ratsherrensitzung am Freitagnachmittag stand u. a. die Beratung der Haushaltssatzung für 1936 auf der Tagesordnung, Bürgermeister Dr. Reuter betonte in seinen Ausführungen, dass es der Stadtverwaltung trotz des Ausfalles verschiedener größerer Einnahmen des Vorjahres, gelungen sei, durch erhebliche Einschränkungen der Sachausgaben und unter dem Grundsatz sparsamster Wirtschaftsführung den Haushalt für 1936 wiederum auszugleichen, im laufenden Rechnungsjahr 1935 hat die Stadt erhebliche Mittel zur Arbeitsbeschaffung aufgewandt, es seien hier u. a. die Herstellung der Hartungstraße, das im Rohbau fertiggestellte Feuerwehrgerätehaus, die Erneuerungsarbeiten am und im Rathaus und die Notstandsarbeiten am Zorgeufer erwähnt, für das Rechnungsjahr 1936 ist die Ausführung größerer Arbeiten nicht vorgesehen, es soll zunächst nur das Feuerwehr-gerätehaus fertiggestellt werden, hierfür sind im außerordentlichen Haushaltsplan  10 000 Mark, und zwar 5000 Mark aus Mitteln des ordentlichen Haushalts und     5000 Mark restliche Beihilfe der Städte- Feuersozietät der Provinz Sachsen eingesetzt worden, sein besonderes Augenmerk wird Bürgermeister Dr. Reuter in Zukunft der Wiederauffüllung der Rücklagefonds widmen, der Haushalt für 1936 sieht zunächst die Zuführung an Rücklagen in Höhe von rund 7000 Mark vor, hierunter befinden sich 2000 Mark für eine Rücklage zum Bau eines Forsthauses, die Inanspruchnahme von Kassenkrediten und die Aufnahme neuer Darlehen sind nicht vorgesehen, der Stadtkasse stehen Betriebsmittel in Höhe von 25 000 Mark zur Verfügung, der ordentliche Haushaltsplan schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit                             415 897,64 Mark ab, der außerordentliche Haushaltsplan ist in den Einnahmen und Ausgaben auf 10 000 Mark festgesetzt
  • 14. November 1936 – wird das neue Feuerwehrdepot seiner Bestimmung übergeben; nach der Flaggenhissung ziehen die Wehren unter Führung von Hauptbrandmeister Becker in das neue Gebäude ein
  • 30. Januar 1937 – veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr im Kaffee Pfitzner einen Kameradschaftsabend, nach einigen Vorträgen der Feuerwehrkapelle begrüßt Hauptbrandmeister Becker die Anwesenden, anschließend überreicht Oberbrandmeister Goldhahn dem Hauptbrandmeister K. Becker und Brandmeister O. Schmidt für 25- jährige Wehrangehörigkeit je ein Ehren- Faschinenmesser, das Reichssportabzeichen wird folgenden Kameraden verliehen: in Silber Hans Hucke, Oskar Dempwolf, in Bronze Kurt Schirmer, Erich Goldhahn und Kurt Seyer
  • 23. April 1937 – Schreiben: Herrn Ewald, Löschmeister., Ellrich/ Harz., sie übernehmen ab sofort die Führung des II. Halbzuges, Brandmeister Kirchner ist auf eigenen Wunsch bis zum 01.06.1937 beurlaubt, die zu Ihrer Vertretung erforderlichen Unterlagen lassen Sie sich bitte vom Brandmeister Kirchner aushändigen, Oberbrandmeister Goldhahn
  • 23. Mai 1937 – findet in Ellrich der Kreisappell der Feuerlöschpolizei statt, damit ist die Weihe der neuen Feuerwache der Feuerlöschpolizei Ellrich verbunden, am Morgen sind die Wehrmänner, nach Inspektionen geordnet, in Stärke von 83 Führern und 607 Mann auf dem Schützenplatz angetreten, nach der Flaggenparade werden die Ehrengäste, Kreisleiter Nentwig und Landrat von Wolffersdorff, empfangen, dann rücken die Formationen mit Musik in den Saal des Schützenhauses zum Dienstappell, nach der Mittagspause treten die Wehren erneut an und marschieren zur neuen Feuerwache, die nunmehr endgültig ihrer Bestimmung übergeben wird, es ist das größte und modernste Feuerwehrgerätehaus des Kreises Grafschaft Hohenstein, die Baukosten betrugen 47 000 Mark.
  • 01. August 1937 – anlässlich der großen Heimatfestwoche 1937 findet als Höhepunkt ein Festumzug statt, Bestandteile des Zuges sind … und die alte Feuerwehr
  • 19. September 1938 – findet am Abend auch hier die im Kreisgebiet abgesetzte erste Verdunkelungsübung für den Ernstfall statt
  • 10. November 1938 – die Synagoge in der Jüdenstraße 25 wird aufgebrochen, geplündert und angezündet; die Feuerwehr löscht die Brandherde und reißt das altersschwache Gebäude ein
  • Anfang Februar 1939 – gewährt die Städtefeuersozietät der Provinz Sachsen der Stadt Ellrich als Beihilfe zu den Anschaffungskosten für die Feueralarm- und Luftschutzsirene einen Betrag von 532 RM, durch den ein Drittel der Kosten gedeckt wird
  • 1939 – der erste Luftschutzlehrgang zur Ausbildung von Luftschutzwarten, Hausfeuerwehren und Meldern wird im Feuerwehrgerätehaus bis 13. März 1939 durchgeführt, da die Einwohnerschaft von Ellrich fast vollständig ausgebildet ist, sind nunmehr die Einwohner von Werna, Woffleben und Gudersleben an der Reihe
  • 30. April 1939 – Zeitungsartikel in der „Thüringer Gauzeitung“, Nordhausen, schreibt am 02. Mai 1939, 1225 Zentner Stroh verbrannten in Woffleben, die Scheune der Domäne wurde bis auf die Grundmauern vernichtet, am Sonntagabend gegen 21 Uhr ging hier die große Scheune der Domäne, die gegenwärtig im Besitze einer Pächtergenossenschaft war, in Flammen auf, das Feuer, das sich mit großer Geschwindigkeit verbreitete, fand an den in der Scheune lagernden großen Strohvorräten reiche Nahrung, in knapp einer Viertelstunde war das Gebäude, das eine Länge von 55 Metern, eine Breite von 15 Metern und eine Höhe von 10 Metern hatte, ein einziges Flammenmeer, so dass sich die Feuerwehr nur auf den Schutz des angrenzenden Stallgebäudes beschränken musste, die in der Scheune untergebrachten zwei Pferde, eine Kuh, eine Ziege, zwei Lämmer und Schweine konnten sämtlich gerettet werden, verbrannt sind dem Bauer Emil Kriegener gehörende 300 Zentner Roggenstroh, dem Landwirt Karl Flohr gehörende 150 Zentner Pressstroh und ein Ackerwagen; ferner 150 Zentner Pressstroh des Bauern W. Steinecke, 150 Zentner Pressstroh und ein Erntewagen des Bauern Friedrich Kleemann, 200 Zentner Pressstroh des Landwirts Willy Gundlach, 125 Zentner gemischtes Stroh des Sattlers Wilhelm Kehmstedt und 150 Zentner Haferstroh, die dem Landwirt Hugo Abel gehörten, das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder, bei der Brandbekämpfung waren der Löschzug Woffleben und der Kraftlöschzug  Gudersleben eingesetzt, die Feuerwehr aus Ellrich und Nordhausen erschienen auch an der Brandstelle, brauchten jedoch nicht mehr in Tätigkeit zu treten, Kreiswehrführer Wählisch, der sich gerade auf einer Dienstreise befand, traf ebenfalls an der Brandstätte ein und übernahm die Leitung der Brandbekämpfung, die Ursache des Feuers konnte bisher noch nicht ermittelt werden, die Scheune ist bereits im Jahre 1895 einmal abgebrannt
  • Jahrgang 1939 – Zeitungsartikel in der „Allgemeine Zeitung“, die Stadt Ellrich vor neuen Aufgaben, Bürgermeister Petri gab in einer starkbesuchten Gemeinde-versammlung einen Bericht über die Lage der Stadt, der zweite große Gemeinde-abend, zu dem Bürgermeister Petri in den festlich geschmückten Saal des Restaurants „Bürgergarten“ eingeladen hatte, um über die Erfolge und Ergebnisse der kommunalen Arbeit im verflossenen Haushaltsjahr zu sprechen, war außerordentlich stark besucht, … auch die Städtische Berufsschule wird in Kürze in die neuen Räume des Feuerwehrdepots übersiedeln, ein modernes Sanitätsauto wurde angeschafft, …
  • 09. September 1939 – Schreiben: Sehr geehrter Herr Kreiswehrführer!, unter Bezugnahme auf Ihren Hinweis, den Wagen des Überfall- Kommandos Nordhausen zu kaufen, haben wir denselben jetzt gekauft, der Wagen steht hier in Ellrich, und wir haben mit unsern Herrn Bürgermeister große Schwierigkeiten, da er über den Kauf sehr erbost ist, wir haben den Fehler gemacht den Herrn Bürgermeister vorher über den Kauf nicht in Kenntnis zu setzen und jetzt erklärt nun Herr Bürgermeister, den Wagen nicht zu übernehmen und wenn er ihn geschenkt bekomme, wir bitten Sie nunmehr sich mit dem Herrn Bürgermeister in Verbindung zu setzen und ihm die Bedürfnisfrage klar zu legen, wir wollen heute die Angelegenheit mit dem Herrn Bürgermeister ordnen, jedoch lehnte er kurz ab und lässt uns überhaupt nicht zu Wort kommen, die Angelegenheit eilt sehr, da die Stadt Nordhausen den Kaufvertrag an die Stadt Ellrich gesandt hat und vermutlich unser Bürgermeister den Vertrag einfach zurückschicken wird, Heil Hitler, der Führer der freiwilligen Feuerwehr, Hauptbrandmeister
  • 1940 – auf dem Schulhof werfen die Schüler der 7. Klasse Deckungsgräben aus, die ca. 250 Kinder einen behelfsmäßigen Schutz gegen Bombensplitter bieten sollen, auch werden Einsatzgruppen für Brandbekämpfung, Erste Hilfe und Ordnungsdienst gebildet, regelmäßig alle vier Wochen wird Probealarm durchgeführt
  • 1941 – mit der Ausgabe der Gasmasken für die Zivilbevölkerung in Ellrich ist die NS- Volkswohlfahrt beauftragt wurden, die sogenannten Volksgasmasken werden am letzten Januar- und an den beiden ersten Februarsonntagen in der Geschäftsstelle der NSV, Hermann- Göring- Straße 15, verkauft, der Verkaufspreis ist entsprechend dem Einkommen gestaffelt, gering Verdienende können die Volksgasmaske schon für 0,50 RM erwerben
  • 01. Juli 1942 – Mitgliedsliste: Kreis Grafschaft Hohenstein, Freiwillige Feuerwehr Stadtgemeinde Ellrich, 5 Löschgruppen, Sollstärke der Wehr, einschließlich ihrer Führer: 49 (FWM), mit laufender Nummer, Dienstgrad, Familiennamen, Vornamen, Geburtsdatum, Beruf
  • 05. Oktober 1942 – Schreiben: Der Landrat des Kreises Grafschaft Hohenstein, Nr. 4684 L., an den Haupttruppführer, Herrn Otto Schmidt in Ellrich d.d.Hd. des Herrn Bürgermeisters als O.P.B. in Ellrich, der Kreisführer der Freiwilligen Feuerwehr meldet mir, dass Sie der Herr Bürgermeister als O.P.B. auf Ihren Wunsch von Ihrem Posten als Wehrführer der dortigen Freiwilligen Feuerwehr entbunden und dem Truppführer Otto Ewald die Führung der Wehr übertragen habe, in Bestätigung der getroffenen vorläufigen Maßnahmen werden Sie hiermit gemäß § 11 Abs. 1 der Dritten Durchführungsverordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen (Organisation der Freiwilligen Feuerwehr) vom 24. Oktober 1939 (RGBl. I S. 2096) von mir als Wehrführer der dortigen Freiwilligen Feuerwehr Ihrem Wunsche entsprechend abberufen, ich erwarte aber, dass Sie der Wehr als Haupttruppführer weiter dienen werden, Unterschrift
  • 27. Oktober 1943 – Großbrand der Brauerei Arnhold Siegmund in der Salzstraße 17
  • 28. bis 29. Oktober 1943 – gegen 22.45 Uhr, Großbrand Bauernhof Albert Lips in der Schäferstraße 21, Scheune mit voller Ernte und Stall brennen ab, im Einsatz waren FFW Ellrich, Nordhausen und Bleicherode, Löschwasserversorgung aus dem Mühlgraben und 2 Hydranten in der Schäferstraße, 8 Tage lang Nachlöscharbeiten notwendig, Kriegsgefangene Serben helfen bei Aufräumungsarbeiten und der Suche nach der Brandursache, Brandursache: elektrischer Kurzschluss, weil Kabel für die Dreschmaschine ohne fachgerechte Steckverbindung nur mit Isolierband verlängert , nach dem Dreschen bleibt Kabel unter Spannung und die Sicherungen mit Blei vergossen, Strafen für Bauern A. Lips, weil Aufsichtspflicht verletzt und Elektriker E. Cropp, weil Kabel verlängert, jeder sollte 1500 Reichsmark bezahlen und 1 Jahr ins Gefängnis, wurde in 2 Jahre Bewährung umgewandelt
  • 1944 – die Hitler- Jugend schanzt im Frühjahr zu den Wochenenden an einem Luftschutzdeckungsgraben für die Mädels des Kinderlandverschickungslagers Waldkater
  • 18. März 1944 – Großbrand im Hospital in der Hospitalstraße
  • 27. März 1944 – Schreiben: Freiwillige Feuerwehr Ellrich, an den Kreiswehrführer der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Grafschaft Hohenstein, Herrn Bereitschaftsführer Lange, Bleicherode/ Harz, Betreff: Meldung über besondere Hilfeleistung des Hauptwachtmeisters d. Fw. Bernhard Hoefer beim Brande im Hospital Ellrich am 18.03.1944. der im Betreff Angeführte hat sich beim Brande des Hospitals durch Rettung des Ehepaares Bley und des Rentners Grasenick vor dem Feuer- bzw. Erstickungstod besonders ausgezeichnet, beim Eintreffen an der Brandstelle sah er an zwei Fenstern der oberen Etage zwei Männer vollständig in Rauch eingehüllt stehen, die anderen Hausbewohner riefen ihm entgegen, dass da oben noch Menschen und u.a. auch eine kranke Frau lägen, die nicht mehr heraus könnten, Hoefer eilte nun in das Haus und die Treppe hinauf, um in die Räume zu gelangen, in welchen sich die gefährdeten Personen befanden, dieses war ihm jedoch nicht möglich, weil ihm aus dem Flurgang die Flammen entgegenschlugen, er versuchte daraufhin die Rettung durch die Fenster vorzunehmen, es war eine kleine schwache Leiter, welche gerade bis an die Fenster reichte, vorhanden, inzwischen war die Rauchentwicklung in den beiden Räumen so groß geworden, dass schnelles Handeln geboten war, er bestieg danach durch das eine Fenster das Zimmer und zog zuerst die kranke Frau an das Fenster heran, setzte sie auf seine Schulter und brachte diese nach unten (Frau Bley), dann half er den Herrn Bley auf die Leiter, als er zur Rettung des Rentners Grasenick am anderen Fenster schreiten wollte, riefen ihm unten stehende Frauen zu, oben in den anderen Zimmern sind auch noch Menschen und weil die Fenster noch verschlossen waren, wodurch die Gefahr noch größer war, entschloss sich Hoefer zuerst diese Fenster zu öffnen, dieses geschah durch Eindrücken mit der Leiter, er stellte jedoch fest, dass sich in den Räumen keine Menschen mehr befanden, in diesem Augenblick schlugen schon die Flammen aus dem Fenster, an dem der Rentner Grasenick stand, Hoefer eilte nun nach dort und schritt zur Rettung, die Rettung dieses Mannes war dadurch erschwert, weil derselbe fast taub ist und seinen Anweisungen zur Rettung nicht Folge leisten konnte, die Rettung war dadurch besonders schwierig, weil sie durch die starke Rauchentwicklung behindert wurde und es sich um verhältnismäßig kleine Fenster handelte, ich bitte um Auszeichnung für den Hauptwachtmeister Hoefer, Heil Hitler!, der Führer der Fr. Fw. Ellrich
  • 1943/ 1944 – Jahresbericht, 31 Doppelstunden Übungsdienst, 10 Doppelstunden Schulung, 1 Großalarm durch Beauftragten des Landrats, 7 Kundgebungen, 1 Begräbnisfeier, 3 Großfeuer (I. 27.10.43 – Arnhold Siegmund, II. 28.+ 29.10.43 – Lips, III. 18.03.44 – Hospital), 3 Brandwachen, 245 Sicherheitswachen mit 2 Mann = 4410 Stunden, 119 Sicherheitswachen mit 3 Mann = 3213 Stunden, 16 Sonntagswachen mit 5 Mann = 560 Stunden, 9 Fliegeralarme